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HIV und AIDS

HIV (Humanes Immundefekt Virus) ist ein Virus, der wie alle anderen Viren alleine nicht existieren kann, sondern eine menschliche Wirtszelle benötigt, um sich zu vermehren. Das fatale an dem HI-Virus ist, dass er sich in die sog. CD4- oder T4-Zelle (eine wichtige Zelle des menschlichen Immunsystems) einschleust und sie so verändert, dass sie nicht mehr ihre ursprüngliche Aufgabe wahrnimmt, sondern dass sie neue HI-Viren produziert und danach abstirbt. Die CD4-Zellen, oder auch Helferzellen genannt, steuern normalerweise die Immunantwort und stimulieren die sog. B-Zellen zur Antikörperproduktion.

Ist die Zahl der T4-Helferzellen massiv herabgesetzt, kann das Immunsystem den Körper nicht mehr erfolgreich gegen Krankheiten schützen. Selbst Krankheitserreger, die schon seit Jahren im Körper schlummern und bislang vom Immunsystem erfolgreich in Schach gehalten wurden, ergreifen die Gelegenheit (Opportunität) und werden wieder aktiv. Die dadurch verursachten Krankheiten nennt man opportunistische Infektionen, die bei HIV-Infizierten gerne auftreten.

Was ist AIDS?

(Acquired Immune Deficienvy Syndrome, d.h. Erworbenes Immundefekt Syndrom) ist eine schwere, durch HIV ausgelöste Schwächung des körpereigenen Abwehrsystems und macht den Körper wehrlos gegen viele Krankheitserrger und anfällig für Tumore, die ein gesunder Mensch ohne Probleme abwehrt. Die durch die Schwächung des körpereigenen Immunsystems ausgelösten Krankheiten führen schließlich zum Tode. Nur das Spätstadium wird AIDS genannt. An dem Virus selbst stirbt niemand, sondern an den Folgeinfektionen, die sich im Körper ungestört ausbreiten können.

Nach der Infektion mit dem HI-Virus befindet sich das Virus im Körper und vermehrt sich täglich weiter. Das Immunsystem kann in der Lage sein über viele Jahre hinweg das Virus erfolgreich zu bekämpfen. Dennoch kann das Virus in dieser Zeit an andere weitergegeben werden. Irgendwann schafft der Körper den Ausgleich zwischen Virusbildung und Virusabbau nicht mehr und er erkrankt. Anhand von Blutuntersuchungen kann man feststellen, wie stark sich der HI-Virus vermehrt und das Immunsystem schädigt.

Gegen AIDS gibt es weder Impfungen noch ein Heilmittel! Aber es gibt einen einfachen und wirkungsvollen Schutz vor der Ansteckung: KONDOME SCHÜTZEN! Wichtig ist zu wissen, wann Sie sich schützen müssen und wo keine Infektionsgefahr besteht:

Eine Gefahr besteht nur, wenn Blut, Samen- oder Scheideflüssigkeit in das Blutsystem gelangt. Dies passiert vor allem bei ungeschütztem Sex und bei der gemeinsamen Verwendung von Spritzen.

Eine HIV-positive Mutter kann das Kind im Mutterleib nur während der Geburt oder beim Stillen anstecken. Die Gefahr durch Blutprodukte und Bluttransfusionen ist in Deutschland auf ein Minimum reduziert. Bei planbaren Operationen wird die Eigenblutspende empfohlen. Bei Zungenküssen ist ein Risiko theoretisch nicht auszuschließen, aber weltweit in keinem Fall als Übertragungsweg nachgewiesen.

Kein Risiko bei

  • Haut- und Körperkontakten wie Händeschütteln, Streicheln, Schmusen.
  • Kein Risiko im täglichen Zusammenleben und Wohnen.
  • Kein Risiko durch Anhusten oder Niesen.
  • Kein Risiko durch Essen im Restaurant oder gemeinsame Benutzung von Geschirr oder Kleidung.
  • Kein Risiko bei der Benutzung von Gemeinschaftseinrichtungen wie Schwimmbad oder Sauna.
  • Kein Risiko beim Zahnarzt oder Arzt bei Beachtung der Hygienevorschriften (Benutzung von Einwegmaterial).
  • Kein Risiko beim Friseur, Maniküre, Piercing oder Tätowieren, wenn auch hier die Hygieneregeln eingehalten werden und alle stechenden und schneidenden Geräte nur 1x benutzt oder wirksam desinfiziert werden.
  • Insektenstiche sind kein Risiko.

Wie können sich Kinder infizieren?

Während der Schwangerschaft sind der Blutkreislauf des Kindes und der Mutter voneinander getrennt und es besteht keine Gefahr für das Kind. Das Infektionsrisiko besteht damit nur während der Wehen und der Geburt bzw. bei Komplikationen, z.B. dem vorzeitigen Platzen der Fruchtblase. Erst hier kommt das Kind direkt mit dem Blut und anderen Körperflüssigkeiten der Mutter in Kontakt. In Deutschland wird aus diesem Grunde eine vorzeitige Kaiserschnittentbindung empfohlen und die Gabe antiretroviraler Medikamente in der Schwangerschaft und während der Geburt. Da auch die Muttermilch das HI-Virus übertragen kann, wird HIV-positiven Müttern dringend vom Stillen abgeraten. Sie können sich vielleicht vorstellen, dass in Südafrika selten von einem Kaiserschnitt noch von der Empfehlung, nicht zu Stillen, Gebrauch gemacht wird. Im Gegenteil. Kinder werden nicht selten 2-3 Jahre gestillt, wenn andere Nahrungsmittel nicht zur Verfügung stehen.

Wie verläuft die Krankheit bei Kindern?

Der Verlauf ist sehr unterschiedlich und hängt vom Alter des Kindes, seinem sozialen Hintergrund (wird das Kind mit ausreichend und gesunder Nahrung versorgt) ab und ob es Zugang zur medizinischen Versorgung hat. Sind Kinder von Geburt an positiv lässt sich bei einem Viertel der Fälle ohne Therapie ein schneller Krankheitsverlauf mit Todesfolge noch innerhalb des ersten Jahres feststellen. Der überwiegende Teil der Kinder erkrankt ohne Medikamente nach ca. 5 Jahren an AIDS. Eine allgemeine Aussage über die Lebenserwartung dieser Kinder lässt sich aber nicht treffen.

Symptome eines beginnenden Immundefektes sind Untergewicht, Gewichtsverlust, immer wieder auftretende ungeklärte Fieberschübe, Durchfälle und Pilzerkrankungen, sowie allgemeine Gedeihstörungen und Entwicklungsverzögerungen. Es gibt jedoch keinerlei körperliche Merkmale, an denen Sie ein HIV-infiziertes Kind erkennen können!

Welche Ansteckungsgefahr
geht von Kindern aus?

Praktisch gar keine!

Es besteht keine Infektionsgefahr beim Wickeln, auch nicht wenn das Kind Durchfall hat. Selbst beim Kratzen, Boxen, Beißen, Prügeln ist eine Ansteckungsmöglichkeit wegen der geringen Viruskonzentration im Speichel oder dem Kratzer so gut wie unmöglich.

Auch gibt es keine Infektionsgefahr beim Zahnbürstentausch.

Weitere Infos unter:

www.bzga.de oder www.aidshilfe.de oder www.aids-info.de